Was bringt der teure Edelkraftstoff wirklich?

Was bringt der teure Edelkraftstoff wirklich?

Teurer Edelkraftstoff vs. normaler Kraftstoff- wer gewinnt?

An den großen Tankstellenketten werden an den Zapfsäulen Benzinsorten angeboten, die deutlich teurer sind als herkömmliche Standardkraftstoffe. Der Edelkraftstoff Aral Ultimate oder Shell V-Power soll enorme Vorteile bieten. Während die einen bereits seit geraumer Zeit auf diese Kraftstoffe schwören, stehen die anderen der tatsächlichen Wirksamkeit eher skeptisch gegenüber. Was also bringt der edle und gleichzeitig teure Kraftstoff tatsächlich?

Was bringt der Formel-1 Sprit?

Für die Edelkraftstoffe der Tankstellen wurden wohlklingende Namen wie „Ultimate“ oder „V-Power“ erfunden und sie wurden seitens der Mineralölkonzerne mit eindeutigen Versprechen ins Rennen geschickt. Laut Hersteller bieten die Benzinsorten bis zu 10 % mehr Leistung sowie ein 5 % höheres Drehmoment. Auch ein geringerer Spritverbrauch wird dem Edelkraftstoff, der angeblich auch bei der DTM und der Formel 1 zum Einsatz kommt, nachgesagt. Darüber hinaus soll das Innenleben des Motors durch die Verwendung besonders geschont werden und es soll für einen geringeren Ausstoß von Schadstoffen sorgen.

Shell V-Power ist nunmehr seit rund 10 Jahren auf dem Markt und somit die älteste der Premium-Benzinsorten. Inzwischen haben sich bereits zahlreiche Fachpressen, Hochschulen und Automobilclubs mit dem Edelkraftstoff beschäftigt. Es wurde getestet, ob sie wirklich halten, was seitens der Hersteller versprochen wird. Dabei kamen alle Institutionen auf das gleiche Endergebnis: Edelkraftstoffe bieten wohl einige Vorteile gegenüber dem herkömmlichen Benzin. Jedoch sind diese keinesfalls bedeutsam genug, um deren hohen Preise zu rechtfertigen.

Edelkraftstoff: 100 Oktan können nicht von den Motoren genutzt werden

Shell V-Power oder Aral Ultimate besitzen mindestens 100 Oktan – herkömmliche Spritsorten hingegen verfügen über 95 oder 98 Oktan. Mit der Oktanzahl wird die Klopffestigkeit des Kraftstoffes beschrieben: Je weniger Oktan, desto schneller kann es zu Selbstzündungen des Kraftstoffes kommen. Hier ist auch der entscheidendste Vorteil der Edelkraftstoffe wie Shell V-Power zu finden.
Die meisten Motoren sind allerdings lediglich für 95 Oktan ausgelegt und können damit also gar nichts anfangen. Generell profitieren also höchstens Fahrer von dem Premiumsprit, die einen leistungsstarken Sportwagen besitzen oder aber ein Auto mit Motoren, die auf die hochwertigen Treibstoffsorten optimiert sind. In den allermeisten Fällen verpufft jedoch dieser Oktanvorteil.

Ernüchternde Testergebnisse

Auch wurde getestet, ob die Nutzung eine deutliche Steigerung der Leistung, von Drehmoment und von Fahrleistungen mit sich bringt. Das Ergebnis war jedoch auch hier ernüchternd: Wenn es überhaupt zu einer Steigerung kam, dann betrug diese nie mehr als 2 %. Teilweise konnten sogar schlechtere Ergebnisse mit Edelkraftstoff festgestellt werden, als mit dem vom Hersteller empfohlenen Benzin. Ähnlich überschaubar waren auch die Unterschiede bei den Verbauchs- und Elastizitätsmessungen. Der Vorteil der teuren Spritsorten wie Shell V-Power ist auch hier lediglich auf dem Papier zu finden.

Ob sich zukünftig bei der Nutzung der Edelkraftstoffe, durch einige Änderungen tatsächlich versprochene Fortschritte einstellen, werden wohl künftige Tests noch zeigen. Allerdings ist eine gesunde Skepsis angebracht, denn auch die herkömmlichen Spritsorten werden ständig weiterentwickelt.

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